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Kranhäuser
Büro- und Wohngebäude
Köln, D
1991 – 2010
Architecture

Torkräne am Strom

Mit den drei gereihten „Kranhäusern“, von denen eines als Wohnhaus und die beiden anderen als Office-Gebäude genutzt werden, ist im Kölner Rheinauhafen, frei nach den utopischen Wolkenbügeln El Lissitzkys aus dem Jahr 1924, eine neue Typologie des Hochhauses entstanden. Die weiten Auskragungen bilden eine prägnante Silhouette, die zeichenhaft auch den Bezug zum Ort herstellt – sie greift die Formen der historischen Kräne auf, deren Erhalt von der Denkmalpflege maßgeblich gefördert wurde. Der klassische Kubus ist in den Kranhäusern skulptural aufgelöst. Das weitaus größte Volumen der nur je 30 Meter breiten Gebäude findet sich erst über dem neunten Obergeschoss und reicht bis zur obersten, 16. Etage. Der so entstehende Luftraum hat neben dem ästhetischen Wert auch eine zweckmäßige Funktion: Denn er bietet Raum für die öffentliche Promenade, die durch die Gebäude hindurchführt. So rückt Köln näher an den Strom und die Lücke zwischen dem ehemaligen Hafengebiet und der Stadt wird geschlossen. Mit ihren dynamischen Formen und den Assoziationen an die historischen Ladekräne setzen die „Kranhäuser“ ein markantes Signal des Aufbruchs für ein architektonisches Engagement der Stadt am Strom und bilden zum Wasser hin gleichzeitig ein Portal.

* auf Basis der Ergebnisse des Workshops der 1. Preisträger des Wettbewerbs "Rheinauhafen" 1992: Bothe Richter Teherani / Busmann und Haberer / Linster / Schneider-Wessling / Abing

Durch die bauliche Prägung der Lufträume ergeben sich ungeahnte Perspektiven und Ausblicke. Es entstehen Räume, wie man sie nie vermutet hätte.

Hadi Teherani