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Humboldthafen
Wohn- und Bürogebäude
Berlin, D
2013 – 2019
Architecture

Das architektonische Konzept

Das dynamische Erscheinungsbild der beiden ausgeprägt urbanen Hofbebauungen lebt von der Umsetzung der vielfältigen und im Wohnbereich sehr individuell ausformulierten Funktionen, die an den Fassaden abzulesen sind. Das entspricht der konsequenten Fortführung des komplexen historischen Berliner Stadthausmodells der Gründerzeit mit seinen nach den Funktionen strukturierten Fassaden, heute aber mit allen modernen technischen Mitteln großzügiger und transparenter und dennoch allen energetischen und ökologischen Vorgaben verpflichtet. Wohnungen, Büros und Gewerbe sind so klar erkennbar, bereichern das Erscheinungsbild und folgen bei allen spezifischen Unterschieden einer abgestimmten gestalterischen Gesamtkomposition, die sich auf Grundlage der berlintypischen, auch in der Uferbefestigung realisierten Materialität des Sandsteins vielstimmig, aber stets harmonisch entwickelt. Diese urbane Komplexität im Inneren wie im Äußeren ist eine Qualität, die es in Zukunft für Berlin weiterzuentwickeln gilt.

Die Nutzungen

Der Schwerpunkt der Wohnungen liegt der Nachfrage folgend zu etwa 70 Prozent auf Zwei- bis Dreizimmerwohnungen. Die hochwertig angelegten Wohnungen öffnen sich zu beiden Seiten und bieten in der klaren Zonierung von Wohn- und Individualbereich mit Freibereichen auf beiden Seiten alle Möglichkeiten, sich nach Belieben einzurichten und wohlzufühlen. Gerade bei den größeren Wohnungen im obersten Geschoss, die sich in ihrer exklusiven Raumhöhe noch einmal von den Ebenen darunter absetzen, entspricht das dem Standard eines Einfamilienhauses auf der Etage.

Weitere Nutzungen sind die Nahversorgung durch Cafés, Restaurants und vielfältige Einkaufsmöglichkeiten, das Angebot von etwa 180 Parkplätzen in der Tiefgarage und die anspruchsvolle akustische Abschirmung, die nicht zuletzt für die in das Hofkonzept integrierten Büroriegel an der Invalidenstraße von Bedeutung ist. Die Büroflächen folgen wie die Ladenzonen im Erdgeschoss dem konsequenten Erschließungskonzept des Projekts und bieten über eine zentrale Lobby jeweils eine Aufteilung in separate, frei aufteilbare Bausteine von etwa 400 Quadratmetern Bürofläche bzw. die Kopplung mehrerer oder aller Flächen.

Als Hamburger Architekturbüro ist es für uns immer wieder eine besondere Herausforderung für und in Berlin zu bauen. Bei diesen zwei Gebäuden führen wir das komplexe historische Berliner Stadthausmodell der Gründerzeit mit seinen nach Funktionen strukturierten Fassaden konsequent fort und gestalten es aber mit allen modernen technischen Mitteln großzügiger und transparenter. Die urbane Komplexität im Inneren wie im Äußeren ist eine Qualität, die es meines Erachtens gilt, in Zukunft für Berlin weiterzuentwickeln.

Hadi Teherani
update 29.06.2017: Dr. Walter Wübben (ABG), Dennis Duda (Polier, KOHA Bauausführungen und Immobilien GmbH), Michael Müller (Regierender Bürgermeister von Berlin), Ludger Inholte (LIP) © Christian Lietzmann