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Fassaden Keramik
Exhibition Design BAU 2017
Agrob Buchtal
2017
Design

Der Messestand für Agrob Buchtal setzt in seiner Gestaltung Hadi Teheranis Credo um, dass „Architektur der Inspiration dienen soll“. Gerade die vielfältigen gestalterischen Möglichkeiten von Keramik können in einem gemeinsamen Planungsprozess zwischen Architekt und Hersteller neue und innovative Lösungen hervorbringen. Den Herstellungsprozess, die damit verbundenen besonderen Eigenschaften und das unerschöpfliche Entwicklungspotenzial von Keramik konnten die Besucher der BAU 2017 in einer laborähnlichen Situation erleben. Die interaktive Inszenierung, die von Hadi Teherani Design gezielt für diesen Auftritt konzipiert und umgesetzt wurde, zielte darauf, den Dialog und die Kommunikation mit den Besuchern zu evozieren.

Neue Materialien reizen immer. Fortschritte in der Entwicklung der Materialien ermöglichen neue Freiheiten in der Gestaltung.

Hadi Teherani

Dieser Intention folgend wurde ein 5 x 1,6 Meter großer Tisch mit Exponaten konzipiert, die sich elegant gestylt und attraktiv gegliedert präsentierten. Überdacht wurde diese acht Quadratmeter große Fläche durch einen künstlerisch abstrahierten „keramischen Baldachin“, der bereits aus der Distanz die Blicke der Besucher anzog. Auf dem Tisch selbst wurden in Form verschiedener „Inseln“ die Rohstoffe, die Verarbeitungsprozesse und die Halb- und Endprodukte vorgestellt. Mit einem Hauch von alchimistischer Wunderküche versehen konnten Ton, Schamotte, Feldspat und Kaolin, Glasurbestandteile wie Dolomit oder Eisenoxide und Pigmente in unverarbeiteter Form begutachtet werden. Die experimentelle Inszenierung machte das Material Keramik als Erlebnis erfahrbar und verdeutlichte, wie ehrlich und authentisch das Material Keramik ist, das zur Gänze aus natürlichen Bestandteilen besteht. In einem weiteren Bereich wurden die einzelnen Produktionsschritte beleuchtet, die prinzipiell seit Jahrtausenden unverändert geblieben sind und Keramik zu einem ökologisch unbedenklichen Material macht. Für die Formgebung gibt es zwei unterschiedliche Verfahren, die Trockenpressung, bei der körnerartiges Granulat mit hohem Druck durch einen Ober- und Unterstempel in Form gebracht wird und die Strangpressung. Eine dritte Insel“ widmete sich der Gestaltungsvielfalt keramischer Fliesen durch diverse Farben, Formen und Formate und versammelte ein exemplarisches Potpourri verschiedener Halb- und Endprodukte. Der Fokus lag dabei auf dem Anwendungsgebiet Fassade, denn „Keramik vermittelt in ihrer Elementierung und in ihrer steinernen Anmutung den tektonischen Ansatz der Architektur in besonderer Weise. Interessant finde ich beispielsweise die Veredelung ‚HT’ von Agrob Buchtal, die Luftschadstoffe abbaut und so jedes Gebäude zu einer Art ‚vertikalem Stadtwald’ macht“, so Hadi Teherani.

Hadi Teherani & Marion Bürger (Agrob Buchtal)